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Mythen und Sagen aus
Stadt und Landkreis Osnabrück

Zu den Zeichnungen auf dem Kalender
zeigen wir Ihnen hier die Erzählungen.

Steckenpferdreiter

Als nach dem schrecklichen Dreißigjährigen Krieg endlich der Friede geschlossen werden sollte, wollte man das freudige Ereignis in Osnabrück feiern. Die ganze Stadt war beleuchtet: Die Männer brachten einen Fackelzug, die Frauen und Mädchen trugen Blumen auf die Straße – nur die Jungen sollten zurückstehen. Sie wollten aber auch mit dabei sein, und am nächsten Morgen kam ein langer Zug von Knaben mit Papierhüten. Sie waren nicht zu Fuß: 1478 Jungen galoppierten auf Steckenpferden und bereiteten den Gesandten eine große Freude. Seit den 1970er Jahren wird das Steckenpferdreiten für alle Schüler der vierten Grundschulklassen Osnabrücks veranstaltet.

erzählt von Steffen

Die Steckenpferdreiter

Karlssteine

Im Hon zwischen Osnabrück und Wallenhorst stand ein riesiger heidnischer Opferaltar, den Karl der Große zerstören wollte. Aber die Steine widerstanden allem Eisen und Feuer. Schon hatte er die Hoffnung aufgegeben, die Sachsen zu bekehren, und schlug missmutig mit seiner Reitgerte auf die Steine – doch da zerbarsten sie in drei Stücke. Die Steinblöcke heißen seitdem Karlssteine.

erzählt von Patrizia

Die Karlssteine

Kirche in Wallenhorst

Nach einer Schlacht zerstörte Karl der Große den Heidentempel im heiligen Haine bei Wallenhorst und baute zur Erinnerung an den entscheidenden Sieg die erste christliche Kirche im Lande. Auf ihren Turm ließ er eine goldene Henne setzen – sie sollte als Symbol dienen, noch mehr christliche Kirchen auszubrüten. Die Kirche mit der Henne steht noch heute.

erzählt von Marius

Der Kirchturm in Ankum

Löwenpudel

Aus Zorn über die Untreue der Osnabrücker, die sich wieder auf die Seite Wittekinds geschlagen hatten, schwor sich Karl der Große, das erste Lebewesen, welches ihm beim Einzug in die Stadt entgegenkam, mit eigener Hand zu töten. Die Schwester Karls, die mit einem christlichen Sachsen verheiratet war, kam als Erste auf ihn zu, um ihn um Gnade für die Stadt zu bitten. Karl erschrak heftig und betete zum Himmel, dass er ihn aus dieser Lage befreien möge. Und tatsächlich: Der Lieblingshund seiner Schwester sprang auf ihn zu, Karl tötete ihn und löste so den Schwur. Aus Dankbarkeit ließen die Bürger das Bild des Hundes in Stein hauen und auf dem Domhof aufstellen. Die Osnabrücker nennen ihn den Löwenpudel.

erzählt von Lea

Marienbrunnen

Als das Kloster Rulle gebaut werden sollte, waren viele Bauern nicht damit einverstanden, weil sie an dieser Stelle lieber ihre Tiere weiden lassen wollten. Einem tauben und stummen Hirten fiel ein roter Stab mit der Aufschrift „Marien-Brunn“ auf, der auf dem Bauplatz aus der Erde ragte. Er zog ihn heraus und zu seinen Füßen entsprang eine Quelle und sofort erhielt der Hirte Sprache und Gehör wieder. Als das Wunder bekannt wurde, ließen die Bauern von ihrem Widerstand ab. Die Quelle liegt noch heute im Garten des Pfarrhauses und hat seitdem vielen Kranken geholfen.

erzählt von Brigitta

Der Marienbrunnen

Burg zu Holte und der Diamanttisch

Um dem berüchtigten Grafen von Holte beizukommen, verband sich Bischof Philipp von Osnabrück mit dem Grafen Otto von Ravensburg. Nach sieben Jahren Belagerung gelang es ihnen endlich, durch einen Geheimgang in das Innere der Holter Burg zu kommen. Der Burgherr aber konnte fliehen und versenkte zuvor noch seinen Schatz, darunter ein Tisch mit einer Platte aus einem einzigen Diamanten, in den tiefen Burgbrunnen. Die Burg wurde zerstört, und viele Generationen später wollte man den sagenumwobenen Schatz bergen. Aber just als der Kasten mit dem Schatz die Brustwehr des Brunnens erreichte, sprang er auf und blendete alle Umstehenden. Der Schatz stürzte polternd in die Tiefe – und da liegt er heute noch!

erzählt von Franziska

Die Burg zu Holte und der Diamanttisch

Bergmännchen von Iburg

In Iburg gab es früher viele Bergmännchen, die einigen Bauern heimlich bei ihrer Arbeit halfen: Auf den Spinnrädern war immer genug Flachs und das Brot schmeckte immer besser als das der Nachbarn. Weil aber niemand dahinterkam, wie das so zuging, legte sich eines Nachts ein Knecht auf die Lauer und berichtete am nächsten Tag seinem Herrn von den kleinen Männchen mit ihren zerlumpten Kleidern. Der Bauer wollte sich erkenntlich zeigen und legte ihnen des Abends neue Kleider hin. Die waren am nächsten Morgen verschwunden, aber die Bergmännchen sind seitdem nie wieder gekommen.

erzählt von Lea

Die Bergmännchen von Iburg

Goldene Feder

Vor langer, langer Zeit, da lebte eine Obstverkäuferin am Osnabrücker Markt.
Jeden, der ihr wenigstens sieben Äpfel abkaufte, belohnte sie mit einer wunderbaren Zeichnung, die sie miteiner goldenen Feder, jedoch ohne Tinte angefertigt hatte. Als einige Osnabrücker versuchten, hinter dieses Geheimnis zu kommen, verschwand die Frau und ward nie mehr gesehen. Heute steht an derselben Stelle das Haus, in dem auch das KLARTEXT grafikbüro seinen Sitz hat.

erzählt von Brigitta

Die goldene Zeichenfeder vom Osnabrücker Markt

Alte Linde

Ganz in der Nähe der Kirche in Laer steht ein mächtiger Lindenbaum. Vor vielen Jahren ist einmal ein Knabe, der gehört hatte, dass man von dort Geister sehen könne, in ihren hohlen Stamm gekrochen. Um Mitternacht rauschte es im Wipfel, die Hunde jaulten und er sah eine Gruppe weißer Gestalten an der Linde bis zur Kirche vorüberziehen. Der Junge lag danach wochenlang in Fieberträumen.

erzählt von Thomas

Kirchturm in Ankum

Als man in Ankum die Kirche baute, sollte der Kirchturm so hoch werden wie kein anderer im Lande. Als man schon so weit gekommen war, dass man die Engel im Himmel hat singen hören, da erhob sich ein gewaltiger Sturm, brach die Spitze ab und trug sie nach Bersenbrück. Das abgestumpfte Dach über dem Turm erhielt den Spottnamen „de Ankumer Stumpe“.

erzählt von Franziska

Hockendes Weib

Vor langer Zeit hat eine Mutter ihre Kinder bei einem schrecklichen Hochwasser auf ihre Schultern genommen, um sie so vor dem Ertrinken zu retten. Die Frau hockte tagelang im Wasser, ihre Kinder wurden gerettet. „Erhöret wurde das hockende Weib: Zum öden Felsen erstarrt ihr Leib.“

erzählt von Patrizia

das hockende Weib

Räuberhauptmann Hardemente

Zur Zeit des Siebenjährigen Krieges trieb der Räuberhauptmann Hardemente im Osnabrücker Land sein Unwesen. Einmal kehrte ein Bauer, der den Ankumer Markt besucht hatte, in einem Wirtshaus ein. Dort begegnete er einem Dominikanermönch, der sich aber sogleich als Hardemente ausgab. Der Bauer wollte es indes nicht glauben, aber Hardemente erwiderte: „Wenn Euer Anzug, den Ihr tragt, aus Eurer Schlafkammer gestohlen ist, werdet Ihr’s wohl glauben müssen!“ Auf seinem Hof angekommen, erdachte sich der Bauer eine List. Er legte eine Strohpuppe in sein Bett und seinen Anzug auf einen Stuhl. Er selber aber verschanzte sich mit seinen Knechten in einem anderen Zimmer. Nach einiger Zeit schien es dem Bauern, als habe er sich einen Bären aufbinden lassen – da schrie einer der Knechte: „Schnell! Hierher, hierher!“ Sofort rannten alle zusammen und schlugen auf eine Gestalt ein, die in der Hecke steckte. Zu seiner großen Verwunderung erkannte der Bauer die Strohpuppe, die er vorher in sein Bett gelegt hatte. Auf dem Bett aber lag ein Zettel, auf dem stand: „Glaubt Ihr nun, dass es Hardemente war?“

erzählt von Steffen

Blutwunder von Rulle

Im Jahre 1347 wurde in der Ruller Kirche ein Spendenkorb für eine neue Monstranz aufgestellt. Eines Nachts, als der Korb voller Geld war, wurde er zusammen mit der Hostiendose vom Altar der Kirche gestohlen. Die Diebe behielten das viele Geld. Die Hostiendose warfen sie in eine Wiese, wo sie ein paar Tage später gefunden wurde. Die Hostien hatten sich in Fleisch verwandelt und die Gläubigen der Kirche betrachteten dies nun als heiliges Blutwunder. Es ist noch heute auf einem Bild in der Kirche zu sehen.

erzählt von Thomas

Das Blutwunder von Rulle

Widukind

Widukind, oder auch Wittekind, erlangte seine Bekanntheit als heidnischer Anführer der Sachsen im Krieg gegen Karl den Großen. Der Sage zufolge ritt Widukind eines Tages durch das Wiehengebirge auf der Suche nach einem Zeichen, welches ihm die Frage beantworten sollte, ob das Christentum die richtige Religion sei. Als sein Pferd abrupt stehen blieb, mit den Hufen scharrte und so unter einem Stein eine Quelle freilegte, hatte Widukind sein Zeichen gefunden. Daraufhin ließ er sich taufen und kapitulierte vor Karl dem Großen. Oberhalb der Quelle ließ er eine Kirche errichten, an deren Stelle heute die Kirche des Ortsteils Bergkirchen in Bad Oeynhausen liegt.

erzählt von Marius

Widukind

Osnabrücker Rad

Das sechsspeichige Wagenrad im Wappen und die Entstehung Osnabrücks gehen auf das Bistum zurück, das von Karl dem Großen um das Jahr 780 n. Chr. gegründet wurde. Seit dem 13. Jahrhundert wurde das Rad als Münzzeichen zur Erkennung des Hochstifts Osnabrück benutzt. Seinen Ursprung hat das Wagenrad in der Bezeichnung „currus dei“, einem Teil des Wagens Gottes, der zu einem Zeichen der Kirche wurde. Mit Blick auf die verwobene Vergangenheit von Stadt und Kirche existiert heute das schwarze Wagenrad für die Stadt und ein rotes Rad als Zeichen des Bistums.

erzählt von Patrizia

Osnabrücker Rad

Süntelstein

Als der Teufel seine Heimat durch das Christentum bedroht sah, beschloss er, wenigstens den Eingang der neugebauten Kirche mit einem riesigen Granitblock vom Vehrter Bruch zu versperren. Trotz seiner Stärke war es dem Teufel aber nicht möglich, den riesigen Felsblock, den er an einer Kette hinter sich herzog, vor dem ersten Morgenlicht zur Kirche zu bringen. Nachdem die Sonne aufgegangen war und ein Hahn im Venner Tal krähte, war die Macht des Teufels auf der Oberwelt zu Ende. Erbost über sein Scheitern, packte er den Stein und rammte ihn an Ort und Stelle in den Felsboden. Von dem gewaltigen Stoße aber entstanden zwei tiefe Risse, die bis heute den Süntelstein in Vehrte unverkennbar machen. Man sieht auch den Abdruck vom Rücken des Teufels, dessen Hitze den Granit geschmolzen hat. Seit jener Zeit dreht sich der Stein jeden Morgen beim ersten Sonnenstrahl um die eigene Achse.

erzählt von Franziska

Süntelstein

Steckenpferdreiter

Die Steckenpferdreiter

Als nach dem schrecklichen Dreißigjährigen Krieg endlich der Friede geschlossen werden sollte, wollte man das freudige Ereignis in Osnabrück feiern. Die ganze Stadt war beleuchtet: Die Männer brachten einen Fackelzug, die Frauen und Mädchen trugen Blumen auf die Straße – nur die Jungen sollten zurückstehen. Sie wollten aber auch mit dabei sein, und am nächsten Morgen kam ein langer Zug von Knaben mit Papierhüten. Sie waren nicht zu Fuß: 1478 Jungen galoppierten auf Steckenpferden und bereiteten den Gesandten eine große Freude. Seit den 1970er Jahren wird das Steckenpferdreiten für alle Schüler der vierten Grundschulklassen Osnabrücks veranstaltet.

Karlssteine

Die Karlssteine

Im Hon zwischen Osnabrück und Wallenhorst stand ein riesiger heidnischer Opferaltar, den Karl der Große zerstören wollte. Aber die Steine widerstanden allem Eisen und Feuer. Schon hatte er die Hoffnung aufgegeben, die Sachsen zu bekehren, und schlug missmutig mit seiner Reitgerte auf die Steine – doch da zerbarsten sie in drei Stücke. Die Steinblöcke heißen seitdem Karlssteine.

Kirche in Wallenhorst

Der Kirchturm in Ankum

Nach einer Schlacht zerstörte Karl der Große den Heidentempel im heiligen Haine bei Wallenhorst und baute zur Erinnerung an den entscheidenden Sieg die erste christliche Kirche im Lande. Auf ihren Turm ließ er eine goldene Henne setzen – sie sollte als Symbol dienen, noch mehr christliche Kirchen auszubrüten. Die Kirche mit der Henne steht noch heute.

Löwenpudel

Aus Zorn über die Untreue der Osnabrücker, die sich wieder auf die Seite Wittekinds geschlagen hatten, schwor sich Karl der Große, das erste Lebewesen, welches ihm beim Einzug in die Stadt entgegenkam, mit eigener Hand zu töten. Die Schwester Karls, die mit einem christlichen Sachsen verheiratet war, kam als Erste auf ihn zu, um ihn um Gnade für die Stadt zu bitten. Karl erschrak heftig und betete zum Himmel, dass er ihn aus dieser Lage befreien möge. Und tatsächlich: Der Lieblingshund seiner Schwester sprang auf ihn zu, Karl tötete ihn und löste so den Schwur. Aus Dankbarkeit ließen die Bürger das Bild des Hundes in Stein hauen und auf dem Domhof aufstellen. Die Osnabrücker nennen ihn den Löwenpudel.

Marienbrunnen

Der Marienbrunnen

Als das Kloster Rulle gebaut werden sollte, waren viele Bauern nicht damit einverstanden, weil sie an dieser Stelle lieber ihre Tiere weiden lassen wollten. Einem tauben und stummen Hirten fiel ein roter Stab mit der Aufschrift „Marien-Brunn“ auf, der auf dem Bauplatz aus der Erde ragte. Er zog ihn heraus und zu seinen Füßen entsprang eine Quelle und sofort erhielt der Hirte Sprache und Gehör wieder. Als das Wunder bekannt wurde, ließen die Bauern von ihrem Widerstand ab. Die Quelle liegt noch heute im Garten des Pfarrhauses und hat seitdem vielen Kranken geholfen.

Burg zu Holte und der Diamanttisch

Die Burg zu Holte und der Diamanttisch

Um dem berüchtigten Grafen von Holte beizukommen, verband sich Bischof Philipp von Osnabrück mit dem Grafen Otto von Ravensburg. Nach sieben Jahren Belagerung gelang es ihnen endlich, durch einen Geheimgang in das Innere der Holter Burg zu kommen. Der Burgherr aber konnte fliehen und versenkte zuvor noch seinen Schatz, darunter ein Tisch mit einer Platte aus einem einzigen Diamanten, in den tiefen Burgbrunnen. Die Burg wurde zerstört, und viele Generationen später wollte man den sagenumwobenen Schatz bergen. Aber just als der Kasten mit dem Schatz die Brustwehr des Brunnens erreichte, sprang er auf und blendete alle Umstehenden. Der Schatz stürzte polternd in die Tiefe – und da liegt er heute noch!

Bergmännchen von Iburg

Die Bergmännchen von Iburg

In Iburg gab es früher viele Bergmännchen, die einigen Bauern heimlich bei ihrer Arbeit halfen: Auf den Spinnrädern war immer genug Flachs und das Brot schmeckte immer besser als das der Nachbarn. Weil aber niemand dahinterkam, wie das so zuging, legte sich eines Nachts ein Knecht auf die Lauer und berichtete am nächsten Tag seinem Herrn von den kleinen Männchen mit ihren zerlumpten Kleidern. Der Bauer wollte sich erkenntlich zeigen und legte ihnen des Abends neue Kleider hin. Die waren am nächsten Morgen verschwunden, aber die Bergmännchen sind seitdem nie wieder gekommen.

Goldene Feder

Die goldene Zeichenfeder vom Osnabrücker Markt

Vor langer, langer Zeit, da lebte eine Obstverkäuferin am Osnabrücker Markt.
Jeden, der ihr wenigstens sieben Äpfel abkaufte, belohnte sie mit einer wunderbaren Zeichnung, die sie miteiner goldenen Feder, jedoch ohne Tinte angefertigt hatte. Als einige Osnabrücker versuchten, hinter dieses Geheimnis zu kommen, verschwand die Frau und ward nie mehr gesehen. Heute steht an derselben Stelle das Haus, in dem auch das KLARTEXT grafikbüro seinen Sitz hat.

Alte Linde

Ganz in der Nähe der Kirche in Laer steht ein mächtiger Lindenbaum. Vor vielen Jahren ist einmal ein Knabe, der gehört hatte, dass man von dort Geister sehen könne, in ihren hohlen Stamm gekrochen. Um Mitternacht rauschte es im Wipfel, die Hunde jaulten und er sah eine Gruppe weißer Gestalten an der Linde bis zur Kirche vorüberziehen. Der Junge lag danach wochenlang in Fieberträumen.

Kirchturm in Ankum

Als man in Ankum die Kirche baute, sollte der Kirchturm so hoch werden wie kein anderer im Lande. Als man schon so weit gekommen war, dass man die Engel im Himmel hat singen hören, da erhob sich ein gewaltiger Sturm, brach die Spitze ab und trug sie nach Bersenbrück. Das abgestumpfte Dach über dem Turm erhielt den Spottnamen „de Ankumer Stumpe“.

Hockendes Weib

das hockende Weib

Vor langer Zeit hat eine Mutter ihre Kinder bei einem schrecklichen Hochwasser auf ihre Schultern genommen, um sie so vor dem Ertrinken zu retten. Die Frau hockte tagelang im Wasser, ihre Kinder wurden gerettet. „Erhöret wurde das hockende Weib: Zum öden Felsen erstarrt ihr Leib.“

Räuberhauptmann Hardemente

Zur Zeit des Siebenjährigen Krieges trieb der Räuberhauptmann Hardemente im Osnabrücker Land sein Unwesen. Einmal kehrte ein Bauer, der den Ankumer Markt besucht hatte, in einem Wirtshaus ein. Dort begegnete er einem Dominikanermönch, der sich aber sogleich als Hardemente ausgab. Der Bauer wollte es indes nicht glauben, aber Hardemente erwiderte: „Wenn Euer Anzug, den Ihr tragt, aus Eurer Schlafkammer gestohlen ist, werdet Ihr’s wohl glauben müssen!“ Auf seinem Hof angekommen, erdachte sich der Bauer eine List. Er legte eine Strohpuppe in sein Bett und seinen Anzug auf einen Stuhl. Er selber aber verschanzte sich mit seinen Knechten in einem anderen Zimmer. Nach einiger Zeit schien es dem Bauern, als habe er sich einen Bären aufbinden lassen – da schrie einer der Knechte: „Schnell! Hierher, hierher!“ Sofort rannten alle zusammen und schlugen auf eine Gestalt ein, die in der Hecke steckte. Zu seiner großen Verwunderung erkannte der Bauer die Strohpuppe, die er vorher in sein Bett gelegt hatte. Auf dem Bett aber lag ein Zettel, auf dem stand: „Glaubt Ihr nun, dass es Hardemente war?“

Blutwunder von Rulle

Das Blutwunder von Rulle

Im Jahre 1347 wurde in der Ruller Kirche ein Spendenkorb für eine neue Monstranz aufgestellt. Eines Nachts, als der Korb voller Geld war, wurde er zusammen mit der Hostiendose vom Altar der Kirche gestohlen. Die Diebe behielten das viele Geld. Die Hostiendose warfen sie in eine Wiese, wo sie ein paar Tage später gefunden wurde. Die Hostien hatten sich in Fleisch verwandelt und die Gläubigen der Kirche betrachteten dies nun als heiliges Blutwunder. Es ist noch heute auf einem Bild in der Kirche zu sehen.

Widukind

Widukind

Widukind, oder auch Wittekind, erlangte seine Bekanntheit als heidnischer Anführer der Sachsen im Krieg gegen Karl den Großen. Der Sage zufolge ritt Widukind eines Tages durch das Wiehengebirge auf der Suche nach einem Zeichen, welches ihm die Frage beantworten sollte, ob das Christentum die richtige Religion sei. Als sein Pferd abrupt stehen blieb, mit den Hufen scharrte und so unter einem Stein eine Quelle freilegte, hatte Widukind sein Zeichen gefunden. Daraufhin ließ er sich taufen und kapitulierte vor Karl dem Großen. Oberhalb der Quelle ließ er eine Kirche errichten, an deren Stelle heute die Kirche des Ortsteils Bergkirchen in Bad Oeynhausen liegt.

Osnabrücker Rad

Osnabrücker Rad

Das sechsspeichige Wagenrad im Wappen und die Entstehung Osnabrücks gehen auf das Bistum zurück, das von Karl dem Großen um das Jahr 780 n. Chr. gegründet wurde. Seit dem 13. Jahrhundert wurde das Rad als Münzzeichen zur Erkennung des Hochstifts Osnabrück benutzt. Seinen Ursprung hat das Wagenrad in der Bezeichnung „currus dei“, einem Teil des Wagens Gottes, der zu einem Zeichen der Kirche wurde. Mit Blick auf die verwobene Vergangenheit von Stadt und Kirche existiert heute das schwarze Wagenrad für die Stadt und ein rotes Rad als Zeichen des Bistums.

Süntelstein

Süntelstein

Als der Teufel seine Heimat durch das Christentum bedroht sah, beschloss er, wenigstens den Eingang der neugebauten Kirche mit einem riesigen Granitblock vom Vehrter Bruch zu versperren. Trotz seiner Stärke war es dem Teufel aber nicht möglich, den riesigen Felsblock, den er an einer Kette hinter sich herzog, vor dem ersten Morgenlicht zur Kirche zu bringen. Nachdem die Sonne aufgegangen war und ein Hahn im Venner Tal krähte, war die Macht des Teufels auf der Oberwelt zu Ende. Erbost über sein Scheitern, packte er den Stein und rammte ihn an Ort und Stelle in den Felsboden. Von dem gewaltigen Stoße aber entstanden zwei tiefe Risse, die bis heute den Süntelstein in Vehrte unverkennbar machen. Man sieht auch den Abdruck vom Rücken des Teufels, dessen Hitze den Granit geschmolzen hat. Seit jener Zeit dreht sich der Stein jeden Morgen beim ersten Sonnenstrahl um die eigene Achse.